Erwin Rigos neues Buch (Dezember 2025) ⯀
 
 


Rezension

Erwin Rigos neues Buch „Umerziehung zum neuen Menschen“: Wie aus Bildung Indoktrination wurde

von der Redaktion der Ansage!, am 18. Januar 2026

Der österreichische Pädagoge und Publizist Dr. Erwin Rigo dürfte vielen Lesern ein Begriff sein, erschienen seine fundierten bildungskritischen Essays doch auch schon hier auf Ansage! Eines der Schwerpunktthemen, zu denen Rigo vielfach publizierte, ist die Geschichte der Reformpädagogik, die in die (heute längst institutionalisierte) linkssozialistische Ideologie und schließlich in die heute überall praktizierte Indoktrination an Schulen, Universitäten, im Kulturbetrieb und Medien mündete – insbesondere in Deutschland und Österreich. Nicht nur in den beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts, sondern auch in den vermeintlich freien Demokratien der europäischen Gegenwart erfolgen staatliche Propaganda und weltanschauliche (Um-)Erziehung durch pädagogische Strukturen, und die Grenzen zwischen Bildung und ideologietriefender Erziehung sind fließend. Schreckliche Verirrungen wie etwa die Sexualpädagogik von Helmut Kentler oder die zahllosen Missbrauchsfälle an sogenannten “Reformschulen” konnten nur durch diese gesellschaftspolitische Aufladung von Schule und Erziehung stattfinden.

Nun hat Erwin Rigo seine umfangreichen Arbeiten und neue Gedanken zu diesem Themenkomplex in Buchform vorgelegt: In seinem im Dezember erschienen Werk “Umerziehung zum neuen Menschen: Umprogrammierung – Konditionierung – Indoktrination” macht er den schleichenden Übergang vom sozialistischen Leitbild des „neuen Menschen“ hin zur fremdbestimmten, gesteuerten Kompetenz deutlich.

Die “richtige” Haltung statt Wissensvermittlung

Sein Buch ist dabei auch ein hochinteressanter bildungsgeschichtlicher Abriss: Bereits seit der Oktoberrevolution 1917 verfolgte der Sozialismus das Projekt, den Menschen bewusst neu zu formen. Erstaunlicherweise griff diese Idee auch im Westen schnell um sich – vor allem in der Pädagogik. Im Zentrum stand dabei John Dewey, dessen Werk „Democracy and Education“ (1916) zum Grundbuch der Reformpädagogik wurde, die in seither zunehmendem Maß weniger das Wissen, dafür aber die „richtige“ Haltung in den Mittelpunkt rückte.

Seit den 1970erJahren dann setzte sich – global koordiniert durch UNESCO und später auch EG-/EU-Programme wie Erasmus – eine ideologische Angleichung durch: Bildung wurde vollständig von Wissensvermittlung zu „Kompetenzentwicklung“ und „Qualifikation für Lebensbewältigung“ umdefiniert. Heute dominieren staatlich verordnete “Kompetenzkataloge”, während klassisches Bildungswissen und Urteilskraft in den Hintergrund treten. In Zeiten, in denen KI und Automatisierung ganze Berufsfelder auflösen, hält das System dennoch an ideologisch geprägten Lernzielen fest. Die zentrale Frage lautet: Geht es noch um Bildung – oder längst um Kontrolle und Formbarkeit des Individuums? Das Buch plädiert für einen radikalen Kurswechsel: Zurück zu echter intellektueller Vielfalt, offener Debattenkultur und Bildung – ohne Denkverbote! Nach über 100 Jahren großer Umerziehungsversuche steht die Gesellschaft heute erneut vor der Entscheidung: Wollen wir den staatlich entworfenen „neuen Menschen“ – oder den selbstbestimmten, mündigen Bürger?

Das Buch “Umerziehung zum neuen Menschen” von Erwin Rigo kann im Buchhandel oder direkt beim Amadeus Verlag, AUF1 Shop oder via Amazon bestellt werden.